Wie sag ichs der Familie?

Der Punkt, mit dem wir uns am schwersten getan haben, war “der Familie bescheidzusagen”. Bei mir ist es so, dass ich – bis auf meine Grossmutter – in Deutschland keine Verwandtschaft habe. Meine Eltern, Geschwister, Onkels, Tanten, Cousins & Cousinen leben alle in den USA. Fuer die ist die Freude natuerlich gross, dass wir zurueck ziehen (auch wenn wir weiterhin 2-3 Stunden von den meisten entfernt leben, es ist halt doch ein Unterschied ob man die Moeglichkeit hat, fuer einen Wochenendtrip in den Flieger zu huepfen und 2 Stunden spaeter da zu sein, statt fuer jeden Besuch 12+ Stunden Anreise in Kauf zu nehmen). Bei meiner Frau ist es ein bisschen anders – obwohl auch bei ihr der Grossteil der Familie in Spanien lebt und man sich bereits die letzten Jahre nur einmal im Jahr (wenn ueberhaupt so oft) gesehen hat, so lebt ihre Schwester mit ihrer Familie ca eineinhalb Stunden von uns entfernt, und wir sehen uns eigentlich schon mehrmals im Jahr, so alle 2-3 Monate spaetestens.

Das ist etwas, mit dem ich mich tatsaechlich ein bisschen Schwer tue. Ich mag die Familie meiner Frau und finde es schoen, wenn wir zusammen etwas unternehmen. Und natuerlich wird das auch meiner Frau schwer fallen, ich kenne es ja selbst von mir und meinen Bruedern wenn man nicht mehr so einfach in “komm vorbei”-Reichweite ist. Und meiner Grossmutter gegenueber hatte und habe ich natuerlich auch starke Gewissensbisse. Andererseits ist es ja nicht so, dass wir “aus Jux und Tollerei” umziehen, sondern wir uns a) schon lange ueber unsere USA-Plaene Gedanken machen, b) jetzt halt ein sehr gutes Jobangebot dahinter steht und c) die Welt deutlich schneller und kleiner ist als noch vor 20 Jahren: Whatsapp, Facebook, Flugmeilen & Co machen die Welt sehr klein. Und jaehrliche Urlaube in Deutschland sind spaetestens zur Weihnachtszeit eh geplant. Und entsprechende Gegenbesuche natuerlich auch.